Das Theater Fadenschein - Im Gespräch mit der künstlerischen Leitung Miriam Paul (20)

Shownotes

“Das Puppen- und Figurentheater macht Zuschauende zu visionären Menschen!” Das weiß Miriam Paul nur zu gut. Sie ist Leiterin des Theaters Fadenschein, einem lebendigen Ort der Freien Szene in Braunschweig mit Fokus auf Puppen- und Figurentheater. Miriam Paul, selbst Figurenspielerin mit einem Ausbildungshintergrund in Stuttgart, knüpft mit hohem Engagement Netzwerke und bietet Newcomern sowie etablierten Gruppen eine Bühne für ihre Projekte. Wir kommen ins Gespräch über ihre Arbeit als künstlerische Leitung des Fadenscheins, über ihre vielfältigen Vermittlungsformate für Kinder und Jugendliche, über die Chance, welche eine Generationenwechsel bietet. Neben der Leitung des  Fadenscheins ist Miriam Paul auch Co-Leitung des international Festivals Weitblick, welches mit dem weitblick Halbzeit nun ein weiteres Festival etabliert, was Berufseinsteiger*innen eine Plattform bietet.

Der Podcast HÄNDE HOCH folgt Lebenswegen und Umwegen von Menschen auf dem Weg zur Puppe. Denn nicht überall wo Puppe drinsteckt, stand vorher auch Puppe drauf. Viele spannende Gäste aus der Szene der zeitgenössischen Puppenspielkunst stehen Rede und Antwort. Die dritte Staffel HÄNDE HOCH wird produziert von Regisseurin und Professorin Roscha A. Säidow und Puppenspielstudentin Paula Engel. Mit freundlicher Unterstützung der Abteilung für zeitgenössische Puppenspielkunst der HfS Ernst Busch und dem Projekt Puppet Partners International. Die dritte Staffel läuft seit dem 13.04.2026.

Sounddesign und Schnitt: Roscha A. Säidow Eine Produktion von Roscha A. Säidow und Paula Engel

HÄNDE HOCH wird unterstützt von der HfS Ernst Busch Berlin, Abteilung für Zeitgenössische Puppenspielkunst.

LINKS ZUR FOLGE: 

Zeitgenössische Puppenspielkunst der HfS Ernst Busch: https://www.hfs-berlin.de/studium/puppenspielkunst

Theater Fadenschein:https://fadenschein.de/

Weitblick Festival https://fadenschein.de/programm/weitblick/

Transkript anzeigen

00:00:10: Hallo und herzlich willkommen zu Folge zwanzig von Hände hoch, dem Podcast über Menschen hinter Puppen.

00:00:16: An diesem runden Podcastgeburtstag sind wir zu Gast in Braunschweig – genauer im Theater

00:00:22: Fadenschein!

00:00:23: Hier treffen wir inmitten der Kulissen der aktuellen Theaterproduktion auf Miriam Paul die künstlerische Leiterin des Theaters.

00:00:31: Wir sprechen mit ihr über die Chancen, die ein Generationenwechsel an einem freien Haus bringen

00:00:37: kann?

00:00:37: Wie das Theater Fadenschein eine Base bildet für die Puppenteater-Szene in Braunschweig,

00:00:42: wie das internationale Puppenspiel mit dem Wildbläckfestival Die Stadt erobert

00:00:46: und welche fantasievollen Vermittlungsideen die Theaterarbeit des Fadenschafts bereichern.

00:00:52: Ich bin Roscha Asseidoff, Regisseurin freie Künstlerin und Professorin für zeitgenössische Puppenspielkunst an der HFS

00:00:59: Ernst Busch Und ich bin Paula Engel, Puppespiel Studentin im vierten Studienjahr an der Busch.

00:01:05: Vorhang auf und bühnefrei für Folge zwanzig von

00:01:09: Hände hoch!

00:01:13: Menschen hinter Puppen.

00:01:23: Hallo und herzlich willkommen bei Hände Hoch, dem Podcast über Menschen hinter puppen.

00:01:28: Heute grüßen wir euch aus dem schönen Niedersachsen denn wir sind zu Gast im Theater Fadenschein in Braunschweig Und bei uns ist die künstlerische Leiterin des Theaters Miriam Paul.

00:01:38: Danke dass wir bei dir zu Gast sein dürfen und herzlich Willkommen bei Hende hoch.

00:01:42: Herzlich willkommen im Theater Fadenschein.

00:01:44: Ich freue mich sehr, dass ihr heute da seid!

00:01:46: Schön und liebe Miriam du bist tatsächlich... Wir haben es heute im Zug hier herausgefunden der fifty-fünfzigste Gast denn dies ist eine Jubiläumsfolge.

00:01:55: Folge zwanzig von Hände hoch.

00:01:57: wir sind mitten in einer dritten Staffel.

00:01:58: unser Jubilänungsgast sitzt also hier bei Keksen.

00:02:01: wir sind wunderbar empfang worden.

00:02:02: uns sitzen hier vor der Bühne vom Theater Faden Schein.

00:02:05: was sehen wir für ein Bühnenbild?

00:02:07: Ihr seht das Bühnbild von Zebralingen und Knipsmaschine.

00:02:10: Das wird hier ab Freitag gespielt.

00:02:12: Es ist ein Stück für die Allerkleinsten, ab anderthalb Jahren.

00:02:14: Er wird gespielt von Hane Scharnhorst, meiner Vorgängerin in der Theaterleitung und ihrer Tochter, die auch Performance-Künstlerin ist.

00:02:22: Und spielt da auch Alba?

00:02:23: Genau, Alba ist die Tochter!

00:02:25: Da sind wir eigentlich schon voll im Theater Fadenschein Netzwerk drin denn du hast neben der künstlerischen Leitung des Hauses auch die Leitung oder Kura Ziers das Weitblickfestival zusammen mit Alba.

00:02:36: zumindest die letzte Ausgabe war es so...

00:02:39: Ja, das stimmt.

00:02:40: Eigentlich bin ich Figurnspielerin.

00:02:43: Mittlerweile bin ich das immer noch aber eben auch die Inhaberinnen, künstlerische Leitung, Geschäftsführung des Theaterfadenschein als Gastspielstätte für Figurnteater und mit Alberggemeinsam die Künstlerischen Leitung des Weitblickfestivals.

00:02:59: Das ist ein internationales Festival was wir alle drei Jahre veranstalten Und es geht bereits bis in die fünftige Jahre zurück.

00:03:08: wäre das siebzigste Jubiläum der ersten Festivalausgabe.

00:03:12: Das

00:03:13: Siebzigeste?

00:03:13: Ja!

00:03:14: Und gehörte das immer schon zum Theater Fadenschein?

00:03:16: Nein, es war anfänglich eine internationale Proppenspielwoche der Stadt Braunschweig.

00:03:21: Es gab ja hier in Braunschwijk mal Harro Siegel einem umstrittenen Marionettenkünstler, der natürlich auch im Dritten Reich aktiv war aber dann hinterher hier in Brownschweige arbeitet hat an der Kunsthochschule die Marionettenklasse geleitet hat Und dann einen tollen Impuls hat er, nämlich dieses internationale Festival gegründet hat.

00:03:41: Frisch nach dem Kalten Krieg also zu Zeiten des Kalten Krieges und Figurenspieler aus Ost- und West zusammengeführt hat.

00:03:49: Und zwar nicht traditionelle Figurinspieler, Puppenspielers sondern Leute die mir was anders machen.

00:03:54: Das ist interessant weil es gibt darauf werden wir später auch kommen hier in Braunschweig die Kunsthochschule und ich weiß von Nöck der das Theater ja geleitet hat mit Hanne dass er eine Verbindung hatte zur Kunsthochschule bevor er Puppenspieler wurde, richtig?

00:04:08: Ja.

00:04:08: Die beiden haben da studiert und haben sich da auch kennengelernt.

00:04:11: Und ich finde das ganz witzig ... Ich find es sehr interessant, weil dadurch hat Braunschweig so eine richtige Figur- und Theatertraditionen.

00:04:19: Darauf beruft sich die Politik, darauf berufen sich die Stiftungen, darauf brut meine Förderung hier.

00:04:25: Also das Figurnteater und zwar auch das moderne Figuranteater ist ein Teil der Identität in Braunschweit.

00:04:31: Das natürlich einen Riesenfund und was Besonderes.

00:04:33: Ja, und in der Stadt, die jetzt gar nicht angebunden ist an den Studiengang.

00:04:38: Sondern eine Kunsthochschule, wo Puppenspiel, Figurnspiel und auch sehr bildreiches Theater irgendwie aus diesem ganzen bildnerischen Gestalten kommt, aus dem Hintergrund?

00:04:49: Also es gibt diese Marinettenklasse schon lange nicht mehr.

00:04:51: Es

00:04:51: gibt

00:04:52: kein Figurnteaterverwandtes Studium aber es gibt Darstellendes Spiel als Studiengang.

00:04:57: das tendiert mehr so Richtung Performance.

00:04:59: Aber wir sind in Kontakt und manchmal tauschen wir Dozenten, Dozentinnen aus.

00:05:05: Oder die Studierenden haben bei uns auf freien Eintritt und können alles anschauen.

00:05:08: Einige von ihnen arbeiten hier als Minijurber, Minijuberin und machen Kasse- und Vorstellungsbetreuung.

00:05:12: Also so ein bisschen verzahnt sind wir schon!

00:05:13: Ich versuche immer zu missionieren und sage immer, er nimmt doch mal ein Objekt, nehmt mal eine Tasse oder ein Beer... Damit könnt ihr alles erzählen, ohne Schubladen aufzumachen und jeden mitnehmen.

00:05:26: Ich appelliere immer an die verbindende Kraft der Objekte und der Figuren.

00:05:33: Das Theater Fadenschein ist bei Herberg in einem sehr charmanten alten Gebäude einer Altenkonservenfabrik gegenüber von dem alten botanischen Garten in Braunschweig.

00:05:43: Hier haben wir eine kleine Bühne.

00:05:45: mit wieviel Zuschauern?

00:05:46: Also, wir haben maximal hundert Zuschauerplätze.

00:05:49: Die Bühnen ist sieben Meter breit und maximal fünf Meter tief.

00:05:54: Speziell ist das, dass wir natürlich in diesen alten Konstruktionen hier der Konservenfabrik spielen.

00:05:59: Das heißt die Decke ist niedrig!

00:06:01: Und du als gebürtige Braunschweigerin haben wir gelesen bist quasi nach deinem Studium zurück an diesem Ort gekommen.

00:06:07: vielleicht kannst du uns einmal über deinen Weg zurück an dieses Haus oder an dieses in die Position der künstlichen Leitung als aktive Figur- und Theaterspielerin einen Einblick geben.

00:06:19: Das ist natürlich ein relativ großer Bogen, aber ich versuche es malen!

00:06:23: Also ja... Ich bin gebürtige Braunschweigerin das Theater gibt's schon in dreißig Jahre mich gibts schon bisschen länger Und ich war tatsächlich als Kind ein einziges Mal an einer Vorstellung und kann mich auch noch daran erinnern weil ich hab hier auf dem Dorf gewohnt.

00:06:36: wir waren nicht so viel im Theater Aber als ich die Schule abgeschlossen habe, fand gerade das Internationale Festival Weitblick statt.

00:06:43: Und ich hab warum auch immer mir da mehrere Sachen angeschaut und war total begeistert von dieser Option dass es was gibt, was ich gar nicht kann mit dem ich noch nie Kontakt hatte und was sich wie Magie fand.

00:06:55: also der waren erwachsene Leute und haben wegen kleiner Popen geweint.

00:06:59: Wie geht denn das?

00:07:00: Was

00:07:00: ist das für ein Zauber?

00:07:02: Und darüber hinaus hat zum Beispiel Frank Sönle gespielt und seine wahnsinnig tollen Figuren gezeigt.

00:07:07: Ich habe selber so ein starkes Bild in der Regisse Interesse und hab gedacht, Wahnsinn!

00:07:10: Da kann man ja alles sein, was man will.

00:07:12: Man kann bauen, wenn man es kann singen oder tanzen oder man lässt es eben, man kann Geschichten erzählen mehr oder weniger präsent sein.

00:07:21: also diese völlige Freiheit Das Umfassend zu gestalten hat mich total begeistert.

00:07:25: Dann habe ich mich beworben, tatsächlich in Berlin und in Stuttgart.

00:07:28: In Berlin war zwei Tage nach meiner letzten Abi-Prüfung.

00:07:30: Ich hab mich einen Tag drauf vorbereitet und das war dann ein bisschen peinlich.

00:07:35: Oh!

00:07:35: Da hab' ich dann gemerkt, dass viele Menschen die tatsächlich sehr ernst nehmen und sich da langfristig drauf vorbereiten.

00:07:42: Ja gut aber ich war mal da.

00:07:45: Stuttgarter war dann glaube ich sechs Wochen später, da hatte ich dann eine Chance.

00:07:47: Okay.

00:07:48: Habe hier Stuttgard Friedgerund, der da studiert... Ich bin dann auch noch eine ganze Weile geblieben, habe dann Kind gekriegt und hatte aber immer den Wunsch, eine Stadt zu finden in der ich ein richtiges künstlerisches Zuhause haben kann.

00:08:00: Und Stuttgart ist halt voll mit Figurnspielern ne?

00:08:02: Das ist da schwierig!

00:08:03: Irgendwann stand dann Ortswechsel an und dann hab' ich hier im Theater Fadenschein gefragt wie das denn wäre wenn noch eine Kollegin nach Braunschweig käme Ob das eher schön wäre oder eher eine blöde Konkurrenz.

00:08:15: Und hab da um eine ehrliche Antwort gebeten, weil in so einer Stadt, in der es ein Figur hinterher gibt und die nicht so groß ist jetzt eine Konkurrence aufzumachen, das hätte ich unangenehm gefunden.

00:08:27: Aber die waren total offen, haben sich gefreut, haben gesagt sie brauchen keinen den Sie direkt in ihr Team aufnehmen.

00:08:32: aber man kann ja assoziiert irgendwie zusammenarbeiten, mal gucken was sich ergibt.

00:08:36: Ich kann mal hier spielen.

00:08:38: also da war eine große Offenheit.

00:08:39: dann habe Und ...

00:08:43: War's dann aber erst mal frei, oder?

00:08:45: Genau.

00:08:45: Ich bin ja Solo-Tournee-Theater gewesen vorher und hab in unterschiedlichsten Produktionen mitgearbeitet, aber hauptsächlich eben Solo für Kinder.

00:08:53: Irgendwann haben sie mich gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, potenziell das Theater zu übernehmen.

00:08:57: Sie würden doch irgendwann bei ein Rente gehen wollen.

00:08:59: Wir hatten uns schon beschnuppert.

00:09:00: Sie hat mal für mich eine Regie gemacht.

00:09:02: Für sie meine Regie... Ich hatte Projekte beantragt und abgerechnet so dass die wussten, das kann ich auch.

00:09:08: So ist das Vertrauen dann gewachsen.

00:09:11: Sind wir diesen Weg gegangen?

00:09:13: Hat fünf Jahre dann gedauert mit der Übergabe.

00:09:15: Wow, und dann kam es im März zwanzigzwanzig dazu.

00:09:19: dass du das übernommen hast haben wir gelesen genau Und wie hast Du denn seitdem das Theater verändert?

00:09:26: also hast Du eigene Schwerpunkte gesetzt.

00:09:29: Ich hatte natürlich ganz viel vor aber Dann war sofort Corona.

00:09:34: Also zum ersten März habe ich's über Dormo zum dreizehnten März zugemacht Und dazwischen habe ich noch ein Kind gekriegt.

00:09:40: Zwischendurch

00:09:40: im ersten und dreizehn

00:09:41: Jahr?

00:09:41: Ja, genau!

00:09:44: Das war ein bisschen dichter Plan.

00:09:46: Also ich hatte alles gut vorgeplant aber so lief dann ja alles gar nicht.

00:09:50: Die Chance davon war dass man sich ganz viel Neues ausdenken musste sofort.

00:09:55: dadurch ist das Team gut zusammen gewachsen und auch das Vertrauen ineinander ist ja nicht so leicht wenn die Leitung wechselt.

00:10:01: zu deiner Frage Ja, wir haben viel verändert.

00:10:04: Ich bin viel zugegangen auf die anderen Kulturakteure und Akteurinnen hier in Braunschweig, wenn natürlich so eine neue Leitung auch immer die Chance ist alte Streitigkeit mal zu begraben.

00:10:14: Ah, fantastisch!

00:10:15: Genau

00:10:16: Jetzt sind wir ja schon knietiv in all unseren Gesprächsthemen drin.

00:10:20: Wir machen nochmal einen ganz kurzen Halt, bevor wir zur feierlichen Übergabe des Gesprächsstaffesstabs hier bei Hände hochkommen.

00:10:27: Wärmen und wie uns noch einmal auf und dehnen und stretchen uns in unserer Speedrunde!

00:10:31: Und die funktioniert so?

00:10:33: Wir beide beginnen Sätze, die du spontan beendest.

00:10:38: Bist du bereit?

00:10:39: Alles

00:10:39: klar?!

00:10:40: Dann auf die Plätze fertig...Hände

00:10:49: hoch!

00:10:52: Dieses Rezept aus meiner Kindheit mache ich mir viel zu selten.

00:10:56: Kiesekuchen!

00:10:57: Oh

00:10:57: ja, apropos Essen?

00:10:59: Das Theater-Fadenschein schmeckt nach... Hm, gute

00:11:03: Frage.

00:11:04: Zimtschnecken würde ich sagen.

00:11:06: Dieses Hobby wartet noch auf mich.

00:11:09: Mehr Wandern.

00:11:09: Naja.

00:11:12: Wenn ich mich in eine Trickfilmfigur verwandeln dürfte dann wäre ich...

00:11:18: Ich mag überhaupt keinen Trickfilm.

00:11:21: Nee.

00:11:21: Ja, vielleicht so Ronja Räubertochter?

00:11:23: Ah ja, sehr gut okay!

00:11:25: Im Wald halte ich gewöhnlich Ausschau nach

00:11:28: Bäumen

00:11:29: Insel oder Festland

00:11:31: Insel.

00:11:32: Freiheit heißt für mich

00:11:35: Selber entscheiden können und selber tun können was ich möchte.

00:11:38: Boom

00:11:39: So lass sich die Seele baumeln

00:11:41: Draußen Mit stille.

00:11:45: Braunschweig braucht mehr Puppen- und Figurentheater weil

00:11:49: Dass das absolut verbindendste und tollste ist was es gibt.

00:11:52: Ja!

00:11:56: Yes.

00:11:56: Um da direkt einzurießen, mehr Puppen und Figurentheater.

00:12:00: yes Wie connectest du dich?

00:12:03: Und ihr euch als Fadenschein mit der freien Szene in Braunschweig und in Niedersachsen also globaler gefasst?

00:12:10: und wie holst Du die alle ins Faden scheint?

00:12:13: Wir haben Niedersachsen vernetzt gegründet.

00:12:15: Das ist ein niedersächsisches Festival der Spielstätten, in dem wir uns alle gegenseitig bespielen.

00:12:19: Was ihr letztes Jahr zum ersten Mal auf die Beine gestellt habt?

00:12:22: Genau!

00:12:23: Dieses Jahr wollen wir das wieder machen aber diesmal so dass wir alle an einem Ort uns treffen damit wir uns auch begegnen und nicht nur gegenseits unserer Häuser kennenlernen.

00:12:28: Aha!

00:12:30: Das ist so ein bisschen auf der Spielstedtenebene und ansonsten lade ich alle einen hier zu spielen.

00:12:36: Und wie würdest du so eine freie Szene in Braunschweig beschreiben?

00:12:40: Also mit forty-fünf Jahren bin Nachwuchs?

00:12:43: Das ist die freie Szene in Braunschweig.

00:12:46: Alles, was jünger ist, ist nicht so Puppenaffin.

00:12:50: Also es gibt eine Performerin noch, die auch mit Puppem arbeitet oder mit Masken manchmal.

00:12:56: Eine Tänzerin, die mit Figurnspielern arbeitet aber ansonsten Leere!

00:13:03: Und wie würdest du so ein Publikum für Freies Zähne in BraunSchweig beschreiben?

00:13:07: ... Gleich nebenan, fünf Minuten Laufweise des Staatstheater mit sehr vielen Sparten.

00:13:14: Wohlt ihr um Publikum?

00:13:15: oder wie steht's da?

00:13:17: Also das erwachsenen Publikuum ist mitgewachsen in den dreißig Jahren.

00:13:21: Das heißt es ist auch schon ein bisschen älter.

00:13:23: aber seit ich das Bache und das Programm ein bisschen geöffnet habe, seit wir eine Flat für Studierende haben hat sich schon viel getan.

00:13:29: also wir sind jetzt recht gemischt und weil bei uns ja viele Familien mit den Kindern kommen kommen manchmal auch im Erwachsenenprogramm später die Eltern mit ihren großen Kindern.

00:13:39: Und dadurch mischt es sich eigentlich ganz gut, aber tatsächlich ist unser Hauptpublikum hier tatsächlich lokal, also Fahrrad-Radios würde ich sagen und ich bemühe mich aber sehr, sehr, auch die Randgebiete Braunschweigs, gerade die sozial benachteiligten Viertel sind eigentlich gut an der Straßenbahn angeschlossen, um die zu motivieren, das ist relativ aufwendig, aber es ist mir ein großes Anliegen.

00:14:02: Was hast du für Strategien dafür?

00:14:04: Also zum einen rechten Werbung, zum anderen habe ich ein Fahrradtheater mit dem wir mit einem Lastenrad auch hinfahren und da vor Ort mal spielen.

00:14:10: Das war unser Corona-Projekt als keiner kommen durfte!

00:14:13: Also eines dieser Dinge... Ich hatte ein neues Theater super mit den Planen nicht mehr so viel auf Tour zu spielen.

00:14:18: Toll das Theater ist zu, ich spiele nur noch auf Tour und plane den Inhausbetrieb Und dann habe ich das Lastenrad angeschafft und wir haben kleine Stücke dafür, die direkt einfach so in den Außenländern gespielt werden können.

00:14:29: Und es hat einen tollen Namen.

00:14:30: Fadenscheins Fantastisches Fahrradtheate!

00:14:32: Ich bin's toll!

00:14:35: Ja

00:14:36: genau und ich spiele da mit Inszenierung, die heißt ein Geißlein allein zu Haus in der ganz viel Elemente... Outdoor-Elemente aus dem Kindergarten eingebunden werden.

00:14:44: Wir brauchen ein Gras, wir brauchen Stücke und Steine, die die Kinder holen müssen damit die Geschichte vorangeht.

00:14:51: So dass sie ihren eigenen Kindergärten als einen magischen Ort erleben.

00:14:55: Und sag mal da hast du ja schon irgendwie so einen ziemlich großen Schwerpunkt genannt vom Fadenschein und zwar Theater für alle kleinsten und für Kinder.

00:15:02: das hat irgendwie auch eine Tradition.

00:15:04: Ja also wird hier schon lange gespielt.

00:15:06: Das erwachsene Theater hat sich erst später entwickelt Aber es ist auch einmal dadurch begründet, dass das meine persönliche Leidenschaft ist.

00:15:12: Ich finde das sehr herausfordernd und sehr motiviert.

00:15:15: für Kinder zu spielen, macht ein Riesenspaß!

00:15:18: Es ist jedes Mal wieder spannend und ich mag das sehr, dass sie nicht höflich sind und nichts rückhaltend...

00:15:25: So, dingdingdingding, wir schreiten zur ersten Wegmarke der heutigen Folge der feierlichen Übergabe des Gesprächsstaffelstabs.

00:15:35: Der wird traditionell von Gast zu Gast in Form einer Frage weitergereicht.

00:15:40: In der letzten Händehochfolge haben wir mit dem wunderbaren Kaffee-Mitzucker-Kollektiv kurz KMZ gesprochen, die sind dir ja keine Unbekannten und waren schon mehrmals hier im Fadenschein zu Gast!

00:15:51: Das Kollektiv besteht aus La Yarica Antonio Cereso, Jaima Piedra Cordoba und Daniela del Pomar, die sich in ihrem Materialtheater mit der europäischen Kolonialgeschichte in Lateinamerika beschäftigen.

00:16:05: Und die vier haben eine Frage für dich dargelassen.

00:16:08: Bist du bereit?

00:16:09: Ja!

00:16:10: Dann kommt jetzt hier...

00:16:18: Hallo Miriam, also welche Themen möchtest Du mit dem Tärte Fadenschein noch nach Braunschweig bringen?

00:16:28: und ganz liebe Grüße von uns wir KMZ-Kollektiv.

00:16:34: Mir ist es ein Anliegen dass das Theater ...möglichkeitsräume öffnet, also dass es klarbacht.

00:16:41: Also die Welt besteht aus mehr als aus dem was ich unmittelbar vor mir sehe und ich denke... Die Welt braucht nichts mehr als visionäres Denken.

00:16:50: Ja?

00:16:50: Das ist absolut notwendig!

00:16:51: Und wie soll man das lernen wenn man sich nur mit Materialien beschäftigt?

00:16:56: Also klingt jetzt vielleicht ein bisschen seltsam, dass man gerade mit den Immateriellen sich beschäftigen soll indem man mit Puppen spielt, die aus Material gebaut sind.

00:17:03: aber das meine ich nicht.

00:17:05: Im Figurntag besteht die Chance, fantastische Geschichten zu erzählen.

00:17:10: Das mag für manche vielleicht ein bisschen schrullig wirken wenn man immer von Zwergen und Elfen und Wichteln und solchen Fabiergestalten erzählt oder von Tieren, die sprechen können.

00:17:20: aber ich finde das ist gerade die Kraft die die Kinder haben dass sie über

00:17:24: das

00:17:25: offensichtlich hinaus alles annehmen.

00:17:28: Die halten einfach alles für möglich, um diese Kräfte zu stärken und diese utopische Grundhaltung.

00:17:33: Das ist eigentlich mein Anliegen!

00:17:35: Und das ist nicht so sehr an konkreten politischen Fragestellungen festgemacht.

00:17:39: Für mich ist es eine Grundhaltungszeit, dass ich mir eine Offenheit in die Welt gehe... ...und auch mit einer großen Empathie.

00:17:45: Ich finde, Figuren und Puppenteater sind total empathischstärkend.

00:17:49: Weil Unempathie leben halt die Dinge nicht.

00:17:51: Das Publikum macht bei der Hälfe der Arbeit.

00:17:55: Diese empathischen und diese Fantasiekräfte total gestärkt, da finde ich ist die Geschichte gar nicht so immer das Allerwichtigste der Vorgang ist schon so wertvoll.

00:18:07: Also ich liebe auch diese undefinierten Momente, die nicht genau festgelegt sind.

00:18:11: also einerseits bildnerisch weil vielleicht was nicht ganz fertig erzählt es nicht ganz ausgebaut ist und du selber das vervollständigst aber auch In den Geschichten, wenn Dinge offen gelassen werden.

00:18:23: Wer ist jetzt dieser Mensch da auf der Bühne?

00:18:28: Das muss nicht immer so genau definiert sein!

00:18:30: Ich finde das total richtig weil das für mich ist die große Faszination an Theater und vor allem Figurnteater, dass es mich aktiv macht als Zuschauer.

00:18:39: Denn ohne mich passiert das ja nicht!

00:18:41: Da sehe ich dich nur mit so einem Stück Schaumstoff rumhampeln.

00:18:45: Aber für mich ist es kein Stück Schаumstoff, sondern für mich eine Welt die du beschreibst.

00:18:50: Genau so geht's mir auch beim Lesen da muss ich ja auch aktiv dabei sein.

00:18:53: Ich finde es aber auch spannend am Theater diesen verstärkenden Faktor im Publikum.

00:18:58: Also dieses gemeinschaftliche Schauen ist auch so wichtig.

00:19:00: Wenn der eine anfängt zu schmunzeln und du hörst das, dann wirst du selber aufgeweicht und gehst anders mit.

00:19:05: Und so entsteht ein gemeinsames Atmen.

00:19:08: Ich finde es ist gerade in den kleinen Theatern wie bei uns bis maximal hundert Personen kriegst du halt wirklich einen gemeinsamen Atem hin.

00:19:16: Wenn Du jetzt Wunsch frei hättest was würdest Du Dir für die Braunschweiger Figuren Theater Szene wünschen?

00:19:23: Ich würde mir sehr, sehr wünscht dass es sehr junge Leute gibt, die Lust hätten das zu veranstalten.

00:19:28: Also die Lust hätte was zu inszenieren und etwas zu spielen?

00:19:33: Das würde ich mir sehr wünschen!

00:19:34: Und habt ihr auch andere Räume in der Stadt?

00:19:37: oder hast du Platz im Fasenschein für solche Newcomer-Innen?

00:19:44: Ja also in Braunschweig gab's eine zweite freie Spielstätte – das Lotteater.

00:19:48: Da ist das Insolvent gegangen.

00:19:49: vor zwei Jahren seitdem... Veranstaltte ich auch mehr Inszenierungen, die jetzt nicht primär Figuren puppenlastig sind.

00:19:58: Sondern eher aus dem Bereich der Performance kommen und guckt dann immer wo ist die kleine bilderische Schnittenmenge?

00:20:02: Wo lebt vielleicht eine Rock?

00:20:05: Also dadurch habe ich mich geöffnet programmatisch um einfach dieser Szene noch zu Hause zu bieten weil sonst gibt es keinerlei Spielstädter in Braunschweige seitdem.

00:20:14: Es ist mir auch ein Anliegen darüber hinaus, hier zur Nachwuchsförderung tatsächlich derjenigen, die das auch studieren beizutragen.

00:20:22: Ich bin noch im VdP für Banddeutsche Puppentheater und wir haben jetzt das Referat – ich weiß gar nicht den aktuellen genauen Namen – Nachwuchsförderungen oder so ähnlich gegründet und haben aktuell einen tollen Fragebogen gearbeitet, einen für Veranstalterinnen, die im VDP sind um die technischen Gegemenheiten abzufassen und einen für die Studierenden, Absolventinnen um deren Stücke zu erfassen.

00:20:46: Das wird dann zusammengeführt mit der Idee, dass wir ein Netzwerk der Spielstätten haben, in dem man erste Berufserfahrung sammeln kann und eben auch mal an unterschiedlichste Räume seine Stücke anpasst, weil das ist ja so eine

00:20:58: Herausforderung.

00:20:59: Um das so zusammenzuführen?

00:21:00: Weil ich finde es schade, es gibt in diesem Verband Deutsche Puppentärter bin ich erst Mitglied geworden als ich nach Braunschweig gezogen bin, da war ich plötzlich alleine.

00:21:09: Das Problem hatte ich ja in Stuttgart nicht!

00:21:12: Und habe festgestellt, dass es ein Riesenverband ist und überall dezentral.

00:21:16: Leute sind die seit Jahrzehnten total fleißig ganz viel arbeiten mit einem riesen Idealismus und einem riesigen Know-how.

00:21:25: viele sind irgendwie so reingerutscht aber mit Leidenschaft dabei und bei mir ist eine totale Hochachtung dafür gewachsen.

00:21:33: Ich finde das schade wenn das alles was die aufgebaut haben eben nicht den Nachwachsenden zugänglich gemacht wird Eine Parallelwelt ist!

00:21:43: Liebe Miriam, ein Tag hat nur vierundzwanzig Stunden.

00:21:46: Leider... Ich wünsch mir zum Beispiel seit der Kindheit das da mehr hat, achtundvierzig wäre irgendwie schön?

00:21:52: Und möglicherweise geht's dir da ähnlicher, haben wir schon ein bisschen gehört.

00:21:55: Workload ist auch ein Thema bei dir?

00:21:57: Die künstlerische Leitung vom Fadenschein Spielpläne machen Vernetzen und immer wieder versuchen irgendwie mit deinem Team in die Zukunft zu schauen und zu ergründen was braucht eigentlich Theater?

00:22:06: Was braucht die Stadt?

00:22:06: Was brauchte ihr als

00:22:07: Fadenschine?".

00:22:08: Und dann das Weitblick Formen weiter tragen sich halbzeit ausdenken und selber künstlersch tätig sein.

00:22:14: diese Fülle von Aufgaben interessiert mich und deshalb stelle ich dir nun... Wie schaffst du den Spagat zwischen dem eigenen künstlerischen Schaffen und der künstlerschen Leitung des Hauses?

00:22:32: Wo befruchten sich diese beiden Felder möglicherweise, und welche Strategien hast Du um den eigenen kreativen Flow-Raum zu geben.

00:22:40: Das ist eine sehr schwierige Frage!

00:22:43: Denn tatsächlich ist genau das der Knackpunkt... Also wenn man ein Haus leitet und hier noch Kollegen und Kolleginnen vor Ort hat dann kann man das Haus gar nicht betreten und es heißt, kannst du mal eben.

00:22:55: Ich habe mal kurz eine Frage.

00:22:57: Und es ist wirklich sehr schwierig da den Raum zu finden für künstlerisches Arbeiten.

00:23:03: aber es funktioniert eigentlich nur wenn ich mir Termine setze und wenn ich mehr eine Regie suche oder jemand von der Musik mit dem ich zusammen das Konzipiere und arbeite und die mich dann auch verpflichtet bin zu den vereinbarten Terminen dazu sein und was vorbereitet zu haben.

00:23:21: Also nur, indem ich mir da ein bisschen mehr Druck mache, komme ich auch zur Freiheit das zu tun.

00:23:27: Und irgendwie eine Struktur schaffst?

00:23:28: Ja!

00:23:29: Räume scharfst, richtig physische Terminräume schafft's.

00:23:33: Genau und dem ich auch sage liebe Leute ihr könnt mich alles fragen aber erst nach der Probe.

00:23:37: Ich habe zum Beispiel eingeführt dass wir wöchentlich ne Teamsitzung haben in der alle zusammensitzen und aus allen Aufgabenbereichen zusammengetragen wird was gerade anliegt um auch diesem Kanzler mal eben ein bisschen rauszukommen.

00:23:48: Das lässt sich nicht vermeiden Das lässt sich ein bisschen aufräumen.

00:23:53: Tatsächlich ist mein Tag auch immer zu kurz, weil ich hab ja auch Familie das heißt ich bin jeden Vormittag im Theater Nachmittags bin ich Zuhause und mach Familie Und wenn es halt dringend ist dann sitze ich sobald alle wieder in Bett sind wieder am Rechner und schreibe noch Anträge oder mache Verwendungsnachweise oder solche Dinge.

00:24:11: Aber die Vorstellungen sind bei euch schon mehrheitlich vormittags?

00:24:15: Oder habt ihr auch Abendvorstellungen?

00:24:17: Wir spielen einen Wochenende im Monat für Erwachsene und sonst an den Wochenenden für Kinder.

00:24:22: Und meistens einen Tag unter der Woche, für Gruppen.

00:24:26: Deine vorrangige Arbeitsweise sind Solo-Projekte?

00:24:29: Ja richtig!

00:24:30: Was interessiert dich an der Form oder warum ist es genau das was du auf der Bühne machst und wie probst du

00:24:36: das?

00:24:38: Also was mich daran begeistert ist dass mir keiner reinredet.

00:24:44: Das finde ich super.

00:24:45: ja also... Ich habe immer abwechselnd in Kooperationen und in Sodeprojekten gearbeitet.

00:24:50: Und ich finde, das führt jeweils dazu, dass man das andere genießen kann.

00:24:54: Also natürlich ist die Einsamkeit der Nachteil und die viele Arbeit mit dem ständigen Auf- und Abbau ganz alleine.

00:25:00: Aber wenn man im Team arbeitet und alle sind künstlerisch und hochmotiviert dann gibt es natürlich auch unheimlich viel Reibereien!

00:25:08: Und ich bin nicht so ein Fan von Reiberei.

00:25:11: Also ich lieb das sehr allein zu arbeiten.

00:25:14: Vielleicht ist es auch ein bisschen sich was beweisen?

00:25:17: Dass man es so hinkriegt.

00:25:18: Ich hab das studiert und dann hat natürlich meine Familie gesagt, was studierst du jetzt?

00:25:25: Nein!

00:25:25: Und ich sag nein, ich habe einen Beruf.

00:25:27: Ich habe einen richtigen echten Beruf.

00:25:29: Das soll verdammt funktionieren.

00:25:31: Ich will damit arbeiten oder mit meinem Geld verdienen.

00:25:34: Also ich möchte mich selber ernst nehmen.

00:25:36: Du hast ja vor der Leitung des Fadenscheins quasi Solo Company gehabt.

00:25:42: Wie hast du dich vernetzt oder wie bist du unterwegs gewesen?

00:25:46: Also ich habe Werbung gemacht für mich selber bei allen möglichen kleinen Kulturveranstaltern und bei Festivals.

00:25:51: Und bin da gefahren, also als ich noch in Stuttgart gelebt hab war es natürlich super weil da hat ein verschiedenste Leute ihre Werkstätten und dann konnte man sich besuchen wenn man mal eine Frage hatte zu einem Gelenk oder so diesem oder jenen sich mal eben was zeigen.

00:26:05: das waren unheimlich angenehmes

00:26:07: Driften

00:26:08: und seit ich in Braunschweig wohne muss ich es natürlich mehr organisieren.

00:26:12: Und ist das dann quasi deine Idee?

00:26:14: und dann suchst du dir ein Team zusammen?

00:26:16: Ja.

00:26:16: Beziehungsweise arbeitest du auch mit Outside Eye oder wirklich mit einer Regie?

00:26:20: Ich arbeite immer mit der Regie, weil sonst macht man noch ganz schön viel Mist von hinten.

00:26:24: Es fühlt sich oft alles ganz anders an als es schon vorne aussieht.

00:26:27: aber tatsächlich kommt das Konzept von mir die Idee von mir.

00:26:32: Mir ist es total wichtig dass ich auch selber baue.

00:26:34: was ist dir daran wichtig?

00:26:36: Ich finde, wenn ich Figuren selber gebaut habe dann sind die ja immer ein Teil meiner Persönlichkeit und dann bin ich nicht so klischeebehaftet.

00:26:45: Ich hab das Gefühl, wenn mich mit fremdgebauten Figurenspiele falle ich leichter ins Klischee oder karikiere sie heimlich oder so... Und wenn ich die wirklich selber baue ist es eine intime Beziehung auch gar nicht so klar definierbar manchmal.

00:27:04: Aber jedenfalls habe ich da einen größeren eigenen Anteil und das Gefühl, es hat dadurch für mich auch eine größere Intensität wenn ich das spiele.

00:27:12: Der Gestaltungsprozess und der Improvisationsprozesse geht ja Hand in Hand.

00:27:16: also man ist ja immer bereit dass was man schon gebaut hat eben nochmal umzubauen oder das was man inhaltlich schon geplant hat noch mal ganz umzuwerfen weil das Gebäude eben etwas anderes anbietet.

00:27:27: Und das finde ich schön wenn man die Möglichkeiten hat und die Freiheit das zu tun Weil wenn jetzt jemand anders ne Figur für mich baut habe ich auch einen Respekt davor, dann will ich ja nicht nur alles wieder abbauen und umändern.

00:27:37: Das finde ich auch schwierig!

00:27:40: Aber wenn das meine eigene ist, dann mache ich halt alles wieder ab und nochmal neu.

00:27:44: Und das find' ich auch sehr schön, weil ich hab jetzt dieses Haus hier und meinen Wunsch war so ein künstlerisches Zuhause zu finden in meiner eigenen Stadt.

00:27:51: Als die Frage war, sie wollen das Haus abgeben und würde vielleicht jemand anders machen?

00:27:55: Da habe ich gedacht, nee, das ist irgendwie nicht mein Leben dass sich immer Beatstellerin bin in meiner eigenen Stadt.

00:28:00: Ich möchte hier einfach auch eine gewisse Gestaltungsfreiheit haben.

00:28:03: Wenn ich spielen will, dann spiele ich halt.

00:28:05: Jetzt habe ich die Bühne direkt im Keller und drunter ist die kleine Werkstatt mit einem uraltgewachsenen Lager von Krimskrams.

00:28:12: Können

00:28:12: wir das später mal reingucken?

00:28:13: Ja unbedingt!

00:28:16: Wo probt ihr?

00:28:17: Hier auf der

00:28:18: Bühnung.

00:28:19: Und sag mal... Die Leute, mit denen du arbeitest sind die aus der Stadt oder lädst du sie dann ein für die Probenzeit?

00:28:24: Oder kommen die am Blockmal

00:28:27: unterschiedlich?

00:28:28: Die lad ich ein meistens.

00:28:30: Aber jetzt haben wir das Glück, dass es auch eine Figur und Theater-Regisseurin gibt in Braunschweig.

00:28:35: Ach!

00:28:35: Ja?

00:28:36: Wer ist das denn?

00:28:37: Das ist Henrique Farmaier.

00:28:40: Die hat Menschpuppe mit gegründet im Bremen.

00:28:44: Und seit vielen Jahren ihr Mann, der hier Schauspieler ist am Start Theater nach Braunschweit gefreugt... ...und ich habe sie wieder ein bisschen begeistern können fürs Theater und die macht dann jetzt schon die zweite Regie für mich und macht für uns Theaterpädagogik Schön gewachsen.

00:28:58: Super, das klingt ganz toll!

00:29:01: Ein Stück habe ich ja auch gemacht beim Staatstheater hier, da sind die

00:29:03: Kollegen

00:29:03: direkt vor Ort.

00:29:04: Genau oder?

00:29:05: Das ist

00:29:07: der Bär... Der

00:29:08: Bär, der nicht da war.

00:29:10: Spielte es

00:29:10: auch?

00:29:11: Ja jetzt im April wieder.

00:29:12: Hier

00:29:13: oder im Staatstheter?

00:29:15: Das Staatsthetter hatte jetzt lange keine Spielstätte für Jungs und dann haben sie gefragt ob Sie hier was machen können.

00:29:21: und dann habe ich gesagt ja aber nur mit mir.

00:29:25: Wie war das mit dem Ensemble dazu arbeiten?

00:29:27: Das war super!

00:29:28: Also ich durfte mir wünschen, was ich möchte.

00:29:31: Ich habe mir ein Live-Musiker gewünscht und einen Schauspieler der Lust hat mit Material zu arbeiten und dann haben wir ihn gefunden und er macht das ganz super und er hat mich ein bisschen angelernt und ich ihn und wir bespielen jetzt alle gegenseitig so ein bisschen.

00:29:47: unsere Baustellen ist ein ganz schönes

00:29:49: Ineinander.

00:29:50: Ja, das klingt super.

00:29:51: Und wird es da weitere Kooperationen geben?

00:29:54: Das ist sehr spannend, weil in Braunschweig wechselt gerade die Intentanz.

00:29:57: Also jetzt Freitag kommt die neue Leitung vom Jungstaatstheater?

00:30:01: Hierher

00:30:01: oder generell?

00:30:02: Genau

00:30:02: das werden wir uns mal kennenlernen und dann mal gucken wie es so weitergeht!

00:30:07: Ihr habt diese Theaterflat zusammen wo irgendwie Schulgruppen-Schulklassen kostenlos ins Theater kommen können?

00:30:16: Das ist eine Schiene, die das Staatsteater sich ausgedacht hat nach Corona um die Schulen wieder ins Theater zu kriegen.

00:30:24: Und dann zahlt quasi ein Mal und geht die restliche Spielzeit umsonst.

00:30:27: Wahnsinn!

00:30:28: Genau, das war so wahnsinnig dass sie alle nicht mehr zu mir gekommen sind weil das kostet ja extra und da gibt es alles dann umsonsten.

00:30:33: Oh nein!

00:30:34: Das war richtig

00:30:35: ärgerlich.

00:30:36: Ich bin dann sturm gelaufen und wir haben uns dann drauf geeinigt, dass die Fled jetzt auch bei mir gilt und das Staatsjahr trägt die Kosten.

00:30:45: Ah, guter Diaz.

00:30:47: Umverteilung von Fördermitteln.

00:30:48: genau Sie haben die Struktur

00:30:49: und ich habe

00:30:50: das viel breitere Angebot.

00:30:51: win-win.

00:30:52: Das ist auch die Aufgabe, wenn man so ein Haus leitet.

00:30:55: Dass man Dinge nicht akzeptiert, die von außen kommen, sondern gegenhält.

00:31:02: Wir kommen zur nächsten Station unserer Tour de Talk und halten unweit vom Riesenrad zwischen Jahrmarktboden.

00:31:10: Denn es wird Zeit für unsere Hände hoch lostrommeln!

00:31:14: Die wurde bestückt mit Fragen der langjährigen Projektmanagerin von Rimini Protokoll

00:31:21: Genau, und als Dozentin für Kulturmanagement begleitet Julianne unsere Puppenspielstudierenden über zwei Semester hinweg und eröffnet ihn die weite Weite Welt des Projekt- und Selbstmanagements.

00:31:31: Und hier in der Lostrommel befinden sich all die Fragen von Julianne!

00:31:37: Wir lernen dich liebe Mirian jetzt ein eine daraus zu ziehen.

00:31:42: Bist du bereit?

00:31:43: Dann kommt hier...

00:31:55: Ich nehme eine von ganz unten.

00:32:04: Liebe Biria, die künstlerische Leitung des Internationalen Theaterfestivals Weitblick übernimmst du gemeinsam mit Alva Scharnhorst.

00:32:12: Welche Strategien habt ihr um gemeinsam zu einer Entscheidung zu kommen?

00:32:17: Wie geht ihr damit um wenn ihr euch nicht einig

00:32:20: aber

00:32:21: gezwungen seid eine Entscheidung

00:32:23: zu treffen?

00:32:24: Wenn ihr euch ja nicht einigs seid!

00:32:28: Also, Alba und ich leben nicht in derselben Stadt.

00:32:31: Das heißt wir arbeiten viel über Zoom zusammen.

00:32:35: Das ändert sich jetzt zum Glück.

00:32:36: Sie zieht nach Braunschweig dann wird es leichter.

00:32:38: Wir haben abwechselnd während der Festivals immer kleine Kinder gehabt.

00:32:42: das heisst dass jeweils die andere dann immer mehr arbeiten musste als die eine aber zum lück abwechseln.

00:32:50: also ausgleichende Gerechtigkeit Genau denn Eltern schaft und freie Kunst ist ja nicht immer Hand in Hand.

00:32:56: Also unsere Strategien sind, dass wir ein bisschen aus unterschiedlichen Leidenschaften kommen.

00:33:01: Ich interessiere mich sehr für Puppenfiguren und wirklich animierend von Material.

00:33:06: Wenn das zu euch lebt bin ich glücklich!

00:33:09: Und wenn neue Wege gefunden werden finde ich das spannend... ...und Alba interessiert sich mehr für Performance, für Tanz und die Schnittstellen mit Figurnteater Und das befruchtet sich gegenseitig ganz toll.

00:33:21: Dadurch ist unser Festival auch nicht so eingleisigt, sondern zeigt tatsächlich die Bandbreite von meisterlichem Figurnspiel bis zu völligen Grenzgängen bei dem die Menschen dann sagen und wieso ist es jetzt bei euch?

00:33:36: Und nicht beim Tanz!

00:33:38: Genau das gibt uns diese große Spannbreite und wir sind aber beide auch jeweils für das andere Begeisterungsfähig, denn Alba ist hier sozialisiert.

00:33:46: Die ist im Theater Fahnschein aufgewachsen und ich habe es nun mal auch studiert und dadurch auch einen gewissen Horizont mehr erarbeitet.

00:33:54: und wir müssen uns tatsächlich nicht streiten!

00:33:56: Wir suchen beide Stücke aus, fahren auf Festivals oder sich ein Filmmaterial stellen uns dann gegenseitig vor gerne auch mit dem erweiterten Organisationsteam Und wählen dann aus, was uns gefällt.

00:34:10: Dann müssen wir manchmal ein bisschen diskutieren und wenn wir uns nicht einig sind, dann trifft der NSD die Entscheidung, die das Stück live gesehen hat.

00:34:16: Wenn ich sage, ah, das kann ich mir gar nicht vorstellen!

00:34:18: Das ist so fahre und sieht so langweilig aus... ...und Alba sagt aber ich habe Tränen geweint, war gut dann?

00:34:25: Weil ja gerade bei uns vieles nicht abbildbar ist sondern sich in dazwischen bewegt und das kann man nicht per Video einschätzen.

00:34:33: Die lauten Dinge, die kannst du gut einschätzen Aber alles was leiser ist Das stimmt.

00:34:37: Den Spannungsbogen sieht man nicht im Video.

00:34:41: Neben Inszenierungsgesprächen bietet ihr oder bietet es du verschiedenste Vermittlungsformen an, wie ihr irgendwie nach den oder neben den Stücken ins Gespräch kommt mit dem Publikum.

00:34:53: Generell scheint total das Vermittlung sehr groß geschrieben wird bei euch am Haus.

00:34:57: Ihr habt diese Theater-Schachteln unter anderem entwickelt.

00:35:01: Was hat's damit auf sich?

00:35:02: Wie funktioniert das?

00:35:04: Mein Wunsch ist, dass das Figur-Enteater nicht nur ein Ort ist in dem man was konsumiert und dann wieder geht.

00:35:11: Sondern indem man Impuls mitnimmt der weiterlebt.

00:35:15: Und deswegen arbeite ich auch sehr gerne mit Materialien die auch privat verfügbar sind so dass es niederschwellig ist es weiter zu arbeiten beispielsweise mit weißem Bettzeug auf der Bühne als Schneelandschaft.

00:35:27: da brauchst du das Haus nicht fertig bauen und es ist nur ein Schornstein rein.

00:35:30: Und dann kriege ich hinter der Bilder von den Kindern, bei denen es zu Hause nicht mehr ähnlich aussieht.

00:35:36: Ja also so, das meine ich damit, dass es leicht adaptierbar ist was natürlich der Kunst keinen Abbruch tut.

00:35:40: aber es kann eben weiter gemacht werden und daraus kam die Idee der Theaterschachteln.

00:35:47: Das ist sozusagen der Workshop für Zuhause.

00:35:49: Also es sind stückbezogene Material-Sammlungen zumal in Inszenierung, die man für ein kleines Geld nach der Vorstellung kaufen kann.

00:36:00: Ja, Dinge und Materialien drin, die im Stück vorgekommen sind mit denen man weiterarbeiten kann.

00:36:04: Es gibt keine Bauanleitung es gibt eine kleine Geschichte dabei noch ein Aufkleber ohne Postkarte und so ein bisschen Anregungen und dann kann man selber weiter spielen.

00:36:13: Und jetzt sind wir gerade dabei das auch noch auszubauen und noch Materialien zu erarbeiten, die dann auch Erzieherinnen aber auch Familien mit gegeben werden können Mit kleinen Rätseln zum Stück und noch Bastelideen und Theaterpädagogischen Spielen damit es noch immer weiter geht.

00:36:29: Habt ihr eine extra Stelle am Haus für Theaterpädagogik oder machst du das nebenbei auch noch?

00:36:34: Naja, so dass konzipieren und so.

00:36:35: Das mach ich!

00:36:36: Aber wir haben eine Theaterpädagogin die auch Kurse gibt.

00:36:41: Genau, die hab' ich so ein bisschen angelernet.

00:36:43: Mit der machen wir Kurse für Vorschulkinder.

00:36:46: Das nennt sich Theater vor Ort... Und es läuft so, daß die Kinder zuerst hier ne Vorstellung besuchen, die ich spiele und wieder halten uns drüber und sie sind Publikum.

00:36:57: Dann geht die Theaterpädagogin acht Wochen in den Kindergarten.

00:37:00: Sie denken sich allein ein eigenes Stück aus, also nicht der ganze Kindergart, sondern nur die Vorschulkinder.

00:37:04: Das ist eine Herausforderung, sich zu einigen, was zu wiederholen... Genau!

00:37:09: Dann werden Masken gebaut und zum Schluss dürfen die Kinder das hier bei uns auf der Bühne aufhören Und dann sind sie eben Kollegen und Kolleginnen gewonnen, lüften durch den Künstler ein.

00:37:20: Wow!

00:37:20: Ja, ihre Eltern und Familien dürfen sich das anschauen.

00:37:24: Das machen wir sehr gerne in Vierteln die nicht so einen starken Bezug zu Theater haben wie sonst keine Teil halber erfahren.

00:37:32: Da erleben ja ganz rührende Szenen.

00:37:35: denn die Eltern, wenn sie erleben dass ihr Kind hier wirklich wertgeschätzt wird und Teil der Kultur ist... Das ist mal sehr schön.

00:37:43: Und ich mach das schon so lange!

00:37:45: Also, ich hab's vor dreizehn Jahren angefangen als ich wieder nach Braunschweck gekommen bin und da sprechen mich jetzt immer noch Kinder an... Die waren damals dann fünf und jetzt sind sie achtzehn?

00:37:55: Ja?!

00:37:56: Und wir wissen doch welches Tier

00:37:57: sie war und

00:37:58: teilweise die Dialoge und wenn Sie denn anfangen davon zu reden, dann weiß ich es auch wieder.

00:38:02: Weil es halt nur eine intensive Zeit ist, wenn man das wieder und wieder wiederholt, die Woche lang und alles denkt man sich wirklich

00:38:07: selber aus.

00:38:08: Ich glaube, das ist so ein wichtiger Moment für diese Kinder.

00:38:12: Also das macht die so stark!

00:38:14: Also ich glaube ganz fest daran dass diese Personen, die dann auf dich zukommen, dass das ein wichtiger Teil von ihrem Großwerden ist hier zu stehen und das alles zu tun und dann diesen Moment zu erleben.

00:38:24: weil Theater macht ja auf allen Seiten stark.

00:38:27: Es gibt ja Studien darüber, dass Theater spielen als Kind und als Jugendliche diese Menschen stärkt.

00:38:34: Und eben dieser Anteil, dass es nicht nur darstellrisch gearbeitet wird sondern auch bildnerisch bietet auch den Kindern die sich erstmal nicht in Vordergrund drängen.

00:38:41: Die sich erst mal nicht trauen um die Möglichkeit sich ganz toll kreativ einzubringen und am Ende auch auf die Bühne zu gehen.

00:38:48: denn ich hatte zum Beispiel mein Jung der wollte dann ein Regenwurm sein.

00:38:51: Der hat natürlich nichts gemacht außer sich eine große Hülle zu machen die er auf dein Kopf gesetzt hat und dann über die Büne zu schlängeln.

00:38:59: Es gibt eine wahnsinnige Freiheit hinter diesem Material zu erzählen, vor allem in dem Alter wo man auf so einer Grenze ist.

00:39:05: Vor allen Dingen in der Pubertät auch... Also das ist ja auch prässtiniert für Figurnteater wenn man dann sagt okay mein Körper ist gerade eine einzige Baustelle.

00:39:12: ich möchte aber trotzdem erzählen und habe Themen dieses Blatt oder diese Tasse oder was auch immer ist.

00:39:18: meinen Stellvertreter bzw.

00:39:19: es geht jetzt nicht um mich!

00:39:20: Es geht jetzt um dass er erzählen will.

00:39:22: Wir haben auch in Braunstein tatsächlich ein Theaterpädagogisches Zentrum.

00:39:26: Die haben allerdings keinen bildnerischen Schwerpunkt, aber wir sind jetzt auch gerade dabei uns gemeinsam ein bisschen auszudenken um die Erzieherschülerinnen von unserer Berufsfachschule hier ans Figur und der da heranzuführen.

00:39:39: Weil sie entscheiden ja später ob die Kinder den Genuss einer Aufführung kommen oder nicht also müssen Sie vorher das Theater kennenlernen.

00:39:45: Also der Generationenwechsel ist ja auch in den Kindergärten da Und durch Corona ist dann eine Riesenabbruch gekommen.

00:39:50: In der Gewohnheit diesen Ausflug zu machen Ist ja einen Zusatzaufwand

00:39:54: Ist natürlich bequemer, das nicht zu machen.

00:39:56: Genau!

00:39:56: Also muss man den Mehrwert kennen, sonst macht man sich die Mühe nicht.

00:39:58: und deswegen versuche ich jetzt eben über die, die erst in den Beruf gehen schon Kontakt herzustellen.

00:40:04: Da verspreche ich mir viel von einfach durch den persönlichen Kontakt.

00:40:08: Auf eurer Website habt ihr auch eine Rubrik Förderung.

00:40:12: Wie finanziert ihr euch als Theater?

00:40:13: Das

00:40:15: ist natürlich ne spannende Frage.

00:40:17: also wir sind gefördert von der Stadt Braunschweig mit der Kontinuitetsförderung.

00:40:20: seit langem langen Langem

00:40:22: Antragt ihr die alle zwei Jahre neu?

00:40:24: Alle drei Jahre beantrage ich die neu, aber das ist ein Haushalt eingestellt.

00:40:28: Das ist relativ safe, dass das weitergeht.

00:40:30: Natürlich Finanzkrise hat dann auch da einen Loch reingerissen und es kann jederzeit wieder passieren, aber es gibt so eine Grundförderung.

00:40:37: Die trägt natürlich nicht das Theater, wir brauchen auch die Eintritte...

00:40:42: Was trägt die denn diese Förderung?

00:40:44: Es spürt einfach den Haushalt rein, das ist nicht zweckgebunden.

00:40:48: Das heißt, Miete?

00:40:50: Genau.

00:40:51: Wir arbeiten sechs Personen auf Teilzeitstellen.

00:40:55: Ich arbeite hier, wir haben die Miete ... Die Honorare für die Spielerin müssen eingespielt werden.

00:41:00: Wir haben Mini-Jobber in den Kassau und Vorstellungsbetreuung machen.

00:41:03: Wir machen Werbung wie viele Gäste, die von sonst wo kommen und teilweise in der Theaterwohnungen wohnen können.

00:41:08: Es ist günstig aber teilweise Hotels müssen.

00:41:11: All das verursacht Kosten, die getragen werden müssen.

00:41:14: Also das ist ein Teil, diese städtische Förderung und die Eintrittseinnahmen.

00:41:17: Und dann sind wir aber auch immer auf weitere Projektgelder angewiesen sonst stimmt daraus halt nicht.

00:41:21: Das heißt ihr beantragt Projektgelde für die einzelnen Inszenierungen?

00:41:25: Ja zum Beispiel für die Theaterpädagogik, dass es alles Stiftungs finanziert.

00:41:28: Das vorfinanziere ich weil die Kindergärten sich das nicht leisten können.

00:41:32: oder auch jetzt das Projekt an die Erzieher in den Schule ran zu gehen.

00:41:36: Auch das wird da finanzieren über weitere Fördergelder.

00:41:38: Wir bekommen jetzt mittel vom Land auch Spielstättenförderung.

00:41:44: Das gab es vor meiner Zeit nicht, aber jetzt gibt's das.

00:41:46: Freu ich mich sehr drüber!

00:41:48: Fürs Festival haben wir erstmals Bundesmittel auch bekommen von der Bundesskulturstiftung.

00:41:53: Richtig gut!

00:41:54: Richtiggut?

00:41:54: Aber richtig aufwendig in der Abrechnung... Ich weiß nicht ob ich das jemals wieder beantragen werde.

00:41:59: Weil dafür allein müsste man eigentlich eine Stelle einrichten.

00:42:01: Ich will gar nicht ab.

00:42:02: D.h.,

00:42:03: alle Abrechnungen machtet ihr als Team einfach auf

00:42:05: bzw.

00:42:05: du.

00:42:06: Ja, du beantragst es.

00:42:07: Du schreibst die Anträge, die wahnsinnig umfangreich sind mit den Finanzplänen und machst auch noch die Erbrechnung?

00:42:15: Wir haben jemanden für die Buchhaltung.

00:42:17: D.h.,

00:42:18: die Belege werden nicht von mir sortiert.

00:42:21: Aber letzten Endes Jahr nur fürs Waldblick-Festival ist das anders.

00:42:25: Da teilen Alba und ich uns die Arbeit.

00:42:26: Das ist natürlich super!

00:42:27: Weil das ein großer Batzen.

00:42:29: Und habt ihr für die Stellen der Leitung des Wildblicksfestivals, das ist in der Stelle oder ist die im Pfadenschein künstlerische Leitung integriert?

00:42:37: Das ist eine Projektstelle über das Wildblickfestival.

00:42:40: Ja, weil wir dann ja auch für das Wildblick Festival haben wir den Anspruch größere Kompanien einladen zu können und eben auch die ganze Stadt zu bespielen.

00:42:49: Nicht nur Gruppen einzuladen, die auf unsere Bühne passen.

00:42:51: Dann spielen

00:42:51: wir auch im Staatstheater in allen nötigen anderen Orten der Stadt.

00:42:54: Und Open

00:42:55: Air!

00:42:56: Wir bieten jetzt sehr viel im öffentlichen Raum an was natürlich keinerlei Eintritte einspült.

00:43:01: Aber Präsenz?

00:43:02: Aber Präsenz und eben eben auch dem Menschen erreicht.

00:43:04: Wir hatten hier einen Workout in der Stadt.

00:43:06: ich glaube bloß haben es zwei tausend Leute gesehen.

00:43:10: Rund um die Uhr merkt man, du hast überall deine Fäden reingesponnen.

00:43:15: Aber eben nicht nur in Niedersachsen und Braunschweig sondern du holst ja mit dem Festival auch die internationale Szene rein.

00:43:21: Und weil das Weitblickfestival wir haben es vorhin schon anklingen lassen Nur alle drei Jahre stattfindet hast du dir oder habt ihr euch Um die Zeit zu überbrücken und den professionellen Nachwuchs zu fördern Das Halbzeit ausgedacht.

00:43:34: und darüber möchte ich jetzt gerne mehr erfahren und deswegen stelle ich dir jetzt

00:43:40: Die Frage aus der

00:43:41: Studierendenschaft.

00:43:43: In dem Jahr ist das Halbzeitfestival ins Leben gerufen.

00:43:50: Was genau ist dabei die Idee?

00:43:52: Und was wünscht ihr euch vom künstlerischen Nachwuchs?

00:43:56: Die Idee ist, diesen Nachwuchseimer in den Fokus zu heben und mein Publikum zwischen den Festivals nicht verhungern zu lassen.

00:44:04: Naja denn das Waldblickfestival bietet immer die Chance, ungewöhnliche Inszenierungen zu verkaufen und schmackhaft zu machen.

00:44:13: Und genau, so arbeiten ja unsere neu nachkommenden Figur- und Pumspielerinnen sehr gern!

00:44:21: Das Festival ist ein kleines Festival.

00:44:23: Es ging nur drei Tage und in dem Umfang war ich es auch wieder planen.

00:44:27: Tatsächlich war das für uns ganz schön herausfordernd... Denn es sind ja überwiegend dann Menschen, die kommen, die keine Tourerfahrung haben.

00:44:34: Die in der Inszenierung gearbeitet haben für einen speziellen Raum unter genau diesen technischen Bedingungen mit genau diesen Hängepunkten und genau diesen Scheinwerfern.

00:44:42: Und das dann an Theater zu adaptieren was das nicht alles bieten kann und vor allem auch mit dem technischen Team also dass heißt die Gruppen bringen Technisches Team mit etwas überwiegt nicht eingearbeitet ist.

00:44:53: Das war ein bisschen herausfordernd aus umzusetzen.

00:44:56: Aber es soll's wiedergeben?

00:44:57: Es solls wiedergeben, weil das war total toll.

00:44:59: Witzig war auch dadurch dass ich eben so relativ frische Absolventinnen eingeladen hatte die sich alle von früher kannten jetzt irgendwo in die Welt verstreut hatten und dann wieder getroffen haben.

00:45:10: Ihr habt es jetzt einmal veranstaltet.

00:45:12: was wünschst du dir für die zweite Ausgabe?

00:45:15: Ich werde ein bisschen mehr Zeit einplanen und ich wünsche mir dass sich die Gruppen besser vorbereiten denn wenn sie eine Wiederaufnahmeprobe brauchen das auch vorher sagen Dann könnte ich sie vielleicht zum Beispiel an den ersten Tag legen.

00:45:27: Aber wenn man zusagt, nur weil man auf dem Festival spielt ja, ich baue das auch in drei Stunden und dann dort die Veranstaltung zu sprengen ist es natürlich für mich als Veranstalterin total blöd.

00:45:38: also da muss man sich schon versuchen realistisch einzuschätzen mit dem Aufwand, vor allem dem zeitlichen Aufwand der man braucht.

00:45:44: Ja, total guter Punkt.

00:45:46: Weil ich glaube das ist jemandem der eben keine Erfahrungen mit Touren hat ja gar nicht bewusst was da alles dran hängt.

00:45:52: man denkt so Jaja Ich baue da mein Stück auf weil in der Hochschule hat es immer gut geklappt aber Da ist ja auch immer jemand da gewesen.

00:45:59: Ja, da is man mit allem vertraut Mit der ganzen Technik und allem.

00:46:03: Das macht ja echt

00:46:04: einen

00:46:04: Unterschied.

00:46:05: Also im Zweifelsfall vielleicht ein Techniker oder eine Technikerin mitzunehmen die schon Erfahrung hat wenn man selber noch keine hat ist glaube ich sehr wertvoll.

00:46:14: Mich würde noch interessieren, welches Publikum sprecht ihr denn damit an?

00:46:17: Also sowohl mit dem Halbzeit als auch mit dem Weitblick.

00:46:21: Primär erwachsenen Publikums.

00:46:23: Auch beim Weitblik-Halbzeitfestival und mit dem großen Weitbild-Festival.

00:46:27: das ist die große Chance dass man da mal so einen geballten Zeitraum hat in dem man mehrere Stücke anschaut und dann auch in Verhältnisssets.

00:46:34: das schafft beim Publikum eine größere Freiheit.

00:46:38: Also ich muss auch sehen, dass auch mal ein bisschen ordentlich Puppe dabei ist und da sind schon alle etwas fürs Herz so, dass man schonmal ein bisschen satt ist in der Hinsicht und dann lässt man sich auch auf das eine oder andere Experiment ein ohne gleich zu schimpfen.

00:46:50: Wie würdest du sagen wir hatten ja schon so'n bisschen drauf geguckt.

00:46:54: aber wie im Vergleich dazu entsteht der Spielplan hier?

00:46:57: Ist es was, wo du deine Produktion setzt und dann schon wen im Auge hast oder bewerben sich Leute bei dir das sie hier spielen können?

00:47:04: Oder wie entsteht der Spielplan fürs Fadenschein.

00:47:08: Das ist eine Mischung!

00:47:09: Also... Es ist ja schon für mich das Haus in dem ich selber spielen möchte aber ich habe nicht so ein riesen Repertoire.

00:47:15: Es wäre ein bisschen langweilig wenn ich zu viel selber spielen würde.

00:47:17: deshalb setze ich erst meine Stücke dahin wo ich sie gern haben möchte und fülle die Lücken dann mit Inszenierung teilweise von Kollegen und Kolleginnen, die ich sehr schätze oder gerne wieder hier zeigen möchte.

00:47:28: Und man kann sie auch bei mir bewerben, das sammle ich und streue immer wieder Neuheiten ins Programm ein, die noch nie hier gespielt haben.

00:47:37: Wie oft setzt du dich rein?

00:47:38: Also wie oft spielst du im Monat selber?

00:47:40: Ich achte drauf dass ich mindestens einmal pro Quartal spiele...

00:47:44: Mit dann mit einer Serie?

00:47:45: Genau!

00:47:45: Mit einem langen Wochenende und sonst spiele ich ja auch noch auf Tour.

00:47:49: Naja, das machst du auch.

00:47:51: Also ich spiele hier im Umkreis so von hundert Kilometern, weil es gibt hier viele ländliche Räume in denen es keine Kultur gibt und auch Kinder.

00:48:00: Ja

00:48:00: da fahre ich hin alles hier im Stadtgebiet da fahr' ich nicht mehr hin.

00:48:03: dann bin ich mittlerweile Stuhl und sag ihr nehmt bitte die Bahn und kommt in mein schönes Theater.

00:48:08: Das heißt, es hat vor allen Dingen auch einen kulturpolitischen Anspruch wenn du sagst ich tue jetzt.

00:48:12: Du brauchst das ja eigentlich nicht dein Plan ist bis oben hinvoll aber es ist hier wichtig dass du hingehst da wo jemand möglicherweise nicht jeden Tag die Chance hätte sich in Tram zu setzen drei Stationen fahren und im Fadenschein zu lernen.

00:48:23: Ja

00:48:24: unbedingt!

00:48:25: Tatsächlich ist es ein Problem weil es gibt so viele Tourspieler und Spielerinnen die schon ziemlich alt sind.

00:48:31: also wir sind ja eine der ersten Spielstätten hier die den Generationenwechseln in der Leitung gemacht haben.

00:48:36: Aber es steht in vielen Theatern an.

00:48:38: Zum Beispiel Theater der Nacht.

00:48:39: gerade sucht gerade eine Nachfolge, ne?

00:48:41: In Wolfsburg gibt's jetzt eine Nachfolge aber es gibt viele Spielstätten in denen das vakant ist und es ist eine spannende Aufgabe.

00:48:48: also ich kann euch nur muten machen um euch das zuzutrauen weil der große Vorteil daran finde ich ist dass man so ein Aktionsrad... wie soll ich sagen?

00:48:57: Also es macht mir Mut, aktiv zu sein.

00:49:00: Zum Beispiel hätte ich mir auch als Solospielerin natürlich in der Corona-Zeit irgendwie einen Ort suchen können und da eine Veranstaltung durchführen.

00:49:08: Hätte ich glaube nicht gemacht.

00:49:09: mit der Spielstätte im Rücken von der ich wusste die steht jetzt leer und die hat eigentlich ein Auftrag bin ich rausgegangen und habe mir Orte gesucht und bin ganz anders aktiv geworden.

00:49:19: also diese Verantwortung gibt einem auch ne Kraft.

00:49:21: Ich finde das ist eine super Aufgabe.

00:49:23: vielleicht muss man's nicht alleine machen?

00:49:27: Aber auch im Team lässt sich die Aufgabe ja gut verteilen und dann versucht es mal.

00:49:32: Ich finde es toll, so ein Ort zu haben, an dem man wirklich nicht behaupten muss.

00:49:36: Also jedenfalls keiner Programmleitung gegenüber, den Publikum gegenüber ist natürlich immer der härte Test.

00:49:41: Aber ... Man kann sich schon mal ins Programm setzen!

00:49:44: Yes!

00:49:45: Super!

00:49:45: Und das ist ja das besondere Pfadenschein.

00:49:47: Es ist quasi ein Ort, der gegründet wurde von zwei Menschen, die aktiv hier ja den Großteil des Spielplans Betrieben haben, genauso wie du es jetzt auch noch machst.

00:49:56: Du bist aktiv hier und betreibst auch den Spielplan.

00:49:58: Es ist dein Haus und das Theater der Nacht ist ähnlich.

00:50:01: Das heißt, dass sind Orte wo Leute die es gegründet haben Spielen da waren?

00:50:05: Ja

00:50:05: ich glaube das ist auch ganz wichtig!

00:50:07: Also tatsächlich als Fadenschein hat sich immer mehr von wegentwickelt, von einer reinen Spielstätte für die Inhaber zu einem Gastspielbetrieb also jetzt auch unter meiner Leitung weil wir gesagt nicht so ein Riesen Repertoire habe Aber dass jemand vor Ort tatsächlich spielt und produziert, ist total wichtig.

00:50:25: Weil es gibt diesen persönlichen Gastgeber-Modus.

00:50:29: also ich bin auch ganz oft hier wenn Abendveranstaltungen sind und auch sonst wenn ich's schaffe weil dieses Gastgebers sein und auch von jemandem persönlich empfangen werden ist das Publikum sehr wichtig.

00:50:40: So liebe Leute hier im Raum unter draußen an den Podcast Empfangsgeräten.

00:50:44: bevor wir ins grande Final einlaufen Machen wir nochmal kurz Halt in einer Rubrik, die nennt sich Tipps and Tricks.

00:50:51: Hier sammeln wir so kleine Hacks für uns und unser Publikum.

00:50:55: Miriam Du bist nach deinem Studium nicht in der Stadt geblieben wo du studiert hast sondern bis in eine andere Stadt gegangen kannte es möglicherweise noch gar nicht so viele Leute.

00:51:05: das heißt du musstest dir so ein Raum schaffen um zu schaffen.

00:51:08: Wie bekommt man einen künstlerischen Fuß in die Tür einer neuen Szene?

00:51:12: Und eine neue Stadt?

00:51:13: was hast du für Tipps?

00:51:16: Ja, also mein Tipp wäre auf jeden Fall zu denen die da schon aktiv sind.

00:51:19: Aktiv hinzugehen und mit ihnen zu reden sich vorzustellen Und zu fragen bin ich willkommen?

00:51:25: Womit bin ich Willkommen?

00:51:27: Ich habe zum Beispiel in der Stadt dann nicht gespielt aus einem Fadenschein.

00:51:31: Das ist euer Revier.

00:51:33: Wenn ich hier bei euch spielen kann finde ich super aber ich mach jetzt keinen Alternativspielort auf.

00:51:39: Mach Euch nicht das Publikumstreit sondern das ist der Ort für Puppe hier.

00:51:42: Genau ich spiele im Umland Aber hier in der Start spiele ich nur bei euch.

00:51:45: Das haben wir nicht gefordert, das war dann meine Entscheidung und ich glaube es hat auch dazu geführt dass man sich gegenseitig respektiert.

00:51:52: Ich finde es total wichtig, dass man Orte an dem man arbeiten kann also eine Werkstatt oder irgendeinen Platz an den man aktiv arbeiten kann.

00:52:00: Und für mich war das natürlich nur ein bisschen in neuer Ort!

00:52:03: Ich bin ja hier aufgewachsen aber ich war hier vorher nicht kulturell aktiv.

00:52:07: Das heißt ich kannte alle kulturellen Akteuren nicht... ...ich kannte nicht die Förderlandschaft.

00:52:12: Das war alles neu für mich.

00:52:13: Und auch da hilft es natürlich, wenn man eine konkrete Projektidee hat.

00:52:17: Die Menschen anzusprechen und da mutig zu sein.

00:52:21: Weil letzten Endes alle die Förderung vergeben... ...die haben ja nur das Geld!

00:52:25: Also nur, die haben ja keine Projekte!

00:52:27: Die brauchen uns, sie haben mit unseren Ideen.. ..und finden das erstmal prinzipiell toll, dass jemand ein Idee hat.

00:52:32: Dann muss man sich noch verkaufen und sagen ist ne gute Idee.

00:52:36: Aber ohne jemand der kommt mit Ideen können Sie mit ihrem ganzen Geld nichts anfangen?

00:52:40: Ist Brantau ein guter Ort

00:52:40: dafür?!

00:52:41: Jaaa

00:52:42: Es gibt hier zwei Stiftungen, die haben was in ihren Statuten geschrieben.

00:52:44: Was ihr das Figurnteater fördern?

00:52:46: D.h.,

00:52:46: die Chancen stehen relativ gut mit einem Förderantrag durchzukommen.

00:52:50: Ja!

00:52:51: Das ist der Vorteil in einer Kleinstadt, ne?

00:52:53: Weil letzten Endes sind ja schon vielerorts die Menschen interessiert an Kultur aber es gibt gar nicht so viele, die das machen können.

00:52:59: also wenn ihr Lust habt in eine kleine Stadt zu gehen da mal die Leute ansprechen im Kulturamt oder den Kulturzentren und dann gibt es vielleicht eine Bereitschaft.

00:53:08: leichter als man denkt.

00:53:10: Was ich vorhin sagen wollte, es gibt ja diese vielen Kollegen und Kolleginnen die das machen.

00:53:13: Die so viel Touren an den kleinen Orten.

00:53:16: Und dass sie als kräftigmäßig auch bald nicht mehr können.

00:53:18: Und das eine richtige Sorge, dass da ne Grundversorgung in der Fläche wegbricht.

00:53:23: Weil ich auch nicht so viele junge Kollegen und Kollegen kenne... ...die das jetzt machen!

00:53:27: Also einfach umsetzbare Kinderstücke spielen,... ...sie sich die Technik kaufen und ein Auto... ...und damit unterwegs zu sein oder einen Rucksack, den ihr alles reinpasst oder so?

00:53:39: Ich freu mich gerade!

00:53:40: Wenn diese Generationswechsel anstehen, war das ja hier auch so im Fadenschein, dass du quasi mit den Leuten schon bekannt warst.

00:53:46: Deswegen waren ja Nöck und Hanne in einem Vertrauensverhältnis zu

00:53:49: dir.".

00:53:50: Dann kam der Gedanke der Leitung.

00:53:53: Diese anderen Theater braucht es ja auch.

00:53:55: jemanden, der genauso auf die zugeht und sagt, ich kann nicht bei euch spielen oder so... kennt.

00:54:01: Manchmal ist nämlich in der eigenen Suppe kochen oder neue Suppen kochen, wo man neue Rezepte erfinden muss möglicherweise aufwendiger zu sagen wollen wir unsere Suppen zusammenbauen.

00:54:13: Naja das ist natürlich dadurch gekommen dass ich da Vorarbeit geleistet

00:54:16: habe und es ist glaube ich eigentlich nur meine Amunterung an die Leute da draußen eben genau zu gucken wer sind denn schon Player die da sind?

00:54:24: auch wenn es Mann möglicherweise immer das Rad neu erfinden will oder direkt, wenn man anfängt natürlich den großen Drang hat seine eigenen Sachen zu machen heißt ja es nicht dass man die nicht auch in Symbiose oder mit gemeinsamer Kraft machen kann.

00:54:38: Ja also ich hatte hier das Motto für die Übergabe bewahrend übergeben ohne stehen zu bleiben.

00:54:45: Dass ich immer noch sehr schick finde.

00:54:46: Da ist dann nichts so gelaufen weil dann war ja Corona war nix.

00:54:49: mit bewahren muss alles sofort neu gemacht werden.

00:54:52: aber die Idee war gut Und ich appelliere jetzt immer an die Politik und an die Stiftungen, Gelder dafür zu bereitzustellen für so'n Generationenwechsel.

00:55:00: Weil das funktioniert dann gut wenn man auch eine gemeinsame Zeit vorher hat also diese Einarbeitung nicht unterschätzt.

00:55:06: Wir haben hier anderthalb Jahre lang gemeinsam Zeit verbracht und erst mal hieß es Nee da gibt's natürlich kein Geld.

00:55:12: Dann hab ich gesagt dann kann ich das nicht machen weil Ich muss ja währenddessen dann nicht spielen Während ich hier bin.

00:55:18: Also stimmt

00:55:19: Wie soll das gehen?

00:55:20: Und dann habe ich tatsächlich eine Stiftung gefunden hier in Braunschweig, die das in Form einer Machbarkeitsstudie finanziert hat.

00:55:27: Ich habe quasi eine Zukunftsstudie geschrieben über das Theater Fadenschein bisschen die Geschichte aufgeschrieben den Iststand erfasst und eine Vision für die Zukunft entwickelt.

00:55:37: Das war total gut weil dadurch habe ich alle Arbeitsbereiche reingeguckt haben mit den verschiedenen Fachleuten gesprochen, die hier arbeiten.

00:55:44: Das ist auch aufgeschrieben, da macht man sich das ja auch immer anders bewusst.

00:55:47: Und es ging nicht darum, dass ich da einen riesen Papier zustande bringe.

00:55:49: Es ging darum, dieser Wissenstransfer stattfindet.

00:55:52: Weil das meiste ist ja nicht aufgeschrien und erfahrungswert.

00:55:57: Es ist soweit!

00:55:58: Wir kommen zur letzten Frage der heutigen Folge von Hände hoch.

00:56:01: Die kommt diesmal nicht von uns sondern von dir liebe Miriam?

00:56:05: Und wir reichen die Frage dann weiter an den nächsten Gast.

00:56:08: der nächste Folge

00:56:09: Dein Fragenstaffelstab wird in Folge einundzwanzig übergeben an Michael Vogl und H.J.

00:56:15: Schüler, den beiden Gründern der Theaterkompanie Familie Flöts.

00:56:19: Die beiden haben die Kompanie nach dem Physikistätestudium an der Volkwang-Universität in Essen gegründet – und zwar im Jahr nineteen sechsenneunzig – und sich sehr erfolgreich spezialisiert auf Maskenspiel.

00:56:30: Mit ihren Familie Flözproduktion tun sie seitdem rund um die Welt und begeistern nationales wie internationales Publikum.

00:56:43: Meine ganz egoistische Frage lautet.

00:56:45: Liebe Familie Flöts, ihr macht so viele tolle Produktionen die so groß sind!

00:56:50: Habt ihr auch irgendwas was mal auf meine Bühne passende würde?

00:56:55: Das nehmen wir doch sehr gerne mit diese Frage fantastisch.

00:56:58: und ja damit sind wir schon am Ende des Gesprächs angekommen.

00:57:02: Vielen Dank dass wir hier bei euch zu Gast sein durften.

00:57:04: es war wirklich super schön ihr Wesen.

00:57:06: Und wenn ihr da draußen in Zukunft keine Folge von Hände hoch verpassen wollt, dann abonniert diesen Podcast und lasst einen Gruß da und ein Like.

00:57:13: Und schickt euch das Ding einmal quer durchs Internet – Ihr kennt das Social Media Glücksrat jedes Like gewinnt!

00:57:28: Dort stehen auch alle Infos für ein Studium der zeitgenössischen Puppenspielkunst an der Ernstbusch, die Website vom Theater Fadenschein und alle Info's zum Weitblickfestival verlinken wir euch ebenfalls in den Shownotes.

00:57:39: Und dort stehen auch die Infos zum Halbzeitfestival!

00:57:42: Was sind so deine Deadlines von den Festivals?

00:57:45: Fürs Weitblickfestival Herbst-Achtundzwanzig.

00:57:48: Das heißt kann man sich bewerben... Beginnen

00:57:49: wir jetzt mit der Sichtung?

00:57:51: Genau, man kann es sich auch bewerbern oder uns Spieltermine schicken.

00:57:54: Und fürs Weitbekalbszeitfestive ... Da versuche ich mit mindestens halbes Jahr vorher das Programm festzulegen.

00:57:59: Und das wird wann sein?

00:58:00: Wahrscheinlich

00:58:01: April, siebenundzwanzig!

00:58:03: Das heißt, halbis Jahr vorher bis Mitte sechsenzwanzzig bis Herbst sechsenswanzig bewerben.

00:58:07: Genau, ich such jetzt schon.

00:58:08: wenn ihr was Schönes habt schickt's mir ruhig auch wenn ihr Kurzformate habt oder irgendwas was technisch unauffändig ist oder wo es geht.

00:58:14: Sehr gut alle Infos dazu findet ihr in den Show Notes Und schreibt uns gern!

00:58:18: Wünsche Feedback, Lob und Anregungen nehmen wir entgegen per Mail unter presse.hfs-berlin.de.

00:58:25: Stichwort Hände hoch

00:58:26: Und teilt und hört weiter und abonniert uns auf Spotify oder wo auch immer ihr uns gerade hört.

00:58:31: Genau

00:58:32: Macht's gut liebe Leute.

00:58:33: und nochmal ein ganz herzliches Danke an Miriam Paul und viele Grüße ans Team vom Fadenschein.

00:58:38: Dankeschön Tschüss.

00:58:39: Und wir hören uns wieder zur nächsten Folge von….

00:58:43: Hände Hoch

00:58:46: Super.

00:58:48: Was hast du

00:58:48: denn noch?

00:58:49: Liebe Miriam, was würdest du sagen sind die

00:58:51: wichtigsten Eigenschaften

00:58:52: und Fähigkeiten, die du im Intendantinnenalltag brauchst?

00:58:55: Ha!

00:58:56: Man muss immer Entscheidungen treffen.

00:58:59: Und sehr gut Excel können.

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